Gisela von Ungarn

Namenstage: Gisela, Gesine, Silke

Funktion: Selige, Königin von Ungarn, Benediktinerin, Äbtissin

Gedenktag: 7. Mai

Gisela, geboren um 985 (vermutlich) auf Schloss Abbach (heute Bad Abbach) bei Regensburg, war die Tochter von Herzog Heinrich II. von Bayern und Gisela von Burgund und Schwester des späteren Kaisers Heinrich II. (geb. 973; König 1004, Kaiser 1014–24; hl.). Bereits 997 wurde Gisela mit dem kurz zuvor getauften ungarischen Großfürsten und späteren König Stephan I. (István; König 1000–1038; hl.) vermählt, dem sie um 1007 Sohn Emmerich (Imre; hl.) schenkte. Dieser kam 1031 bei einem Jagdunfall ums Leben (und wurde 1083 gemeinsam mit seinem Vater von Papst Gregor VII. heiliggesprochen). Gisela setzte sich sehr für die Christianisierung der Magyaren ein und ließ Kirchen und Klöster bauen, darunter angeblich auch den Dom von Veszprém. Nach dem Tod ihres Mannes war sie jedoch schweren Anfeindungen seitens der heidnischen Partei ausgesetzt. König Heinrich III. brachte sie 1042 (oder 1045) nach Bayern zurück, wo sie im Benediktinerinnenkloster Niedernburg bei Passau den Schleier nahm, 1057 Äbtissin wurde und am 7. Mai ums Jahr 1060 starb. Über der originalen Grabplatte aus dem 11. Jahrhundert steht heute ein spätgotisches Hochgrab vom Anfang des 15. Jahrhunderts.

Darstellung: als Königin

Attribute: Krone; Rosenkranz, Kirchenmodell

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010