Boris I. (Michael) von Bulgarien

Namenstage: Boris

Funktion: Heiliger, erster christlicher Fürst (Zar) der Bulgaren, Mönch

Gedenktag: 7. Mai

Patronat: Bulgarien (Nationalheiliger)

Boris, seit 852 Herrscher über das Gebiet des heutigen Bulgarien, übernahm von byzantinischen Missionaren den christlich-orthodoxen Glauben, ließ sich 864 taufen und erhielt von seinem Taufpaten, Kaiser Michael III. (842– 67), den Namen Michael. In der Folgezeit eröffnete er den aus Mähren vertriebenen slawischen Missionaren eine neue Wirkungsstätte. Als er von Papst Nikolaus I. und auch dessen Nachfolger Hadrian II. nicht zum Patriarchen erhoben wurde, wandte er sich endgültig der Ostkirche zu. Er führte die von den Slawenaposteln Methodios und Cyrillus 855 eigens zur Christianisierung der slawischen Völker entwickelte kyrillische Schrift ein – die beiden aus Saloniki stammenden, später heiliggesprochenen Brüder übersetzten liturgische Texte und Evangelien aus dem Griechischen ins Slawische –, was zu einer Konsolidierung des bulgarischen Staates beitrug. 870 erreichte Boris I. die Integration der bulgarischen Kirche als autonomes Erzbistum unter der Jurisdiktion des Patriarchats von Konstantinopel (ab 1453 Istanbul) in die östliche orthodoxe Kirchengemeinschaft.

Im Jahre 889 übergab Boris I. die Herrschaft seinem Sohn Wladimir und zog sich als Mönch in ein Kloster bei Pliska (beim Dorf Aboba, nordöstliches Bulgarien) zurück, wo er am 7. Mai 907 starb. Er wird von den Bulgaren als Nationalheiliger verehrt.

Darstellung: als jugendlicher Zar

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010