Patronat: Spanien (Nationalheiliger); des Internets (seit 2001)
Isidor von Sevilla kam um das Jahr 560 in der Stadt Cartagena in Südostspanien auf die Welt. Er stammte aus adligem Haus, seine Geschwister waren der Heilige Fulgentius von Astigi, der Heiliger Leander von Sevilla und die Heilige Florentia von Cartagena.
Noch während seiner Kindheit zog die Familie nach Sevilla. Dort erhielt Isidor nach dem frühen Tod der Eltern seine Erziehung durch den älteren Bruder Leander. Wie dieser wurde er Kleriker und genoss eine umfassende Ausbildung, die ihn zu einem der gelehrtesten Männer seiner Zeit machte. Seine Kenntnisse der lateinischen, griechischen und hebräischen Sprache setzte er dazu ein, die Werke alter Schriftsteller zu studieren.
Im Jahr 600 übernahm er nach dem Tod seines Bruders Leander das Amt des Bischofs von Sevilla. Zu seinen Aufgaben zählte er u. a. die gute Ausbildung des Klerus – hierfür errichtete er Schulen mit entsprechenden Bibliotheken – und den Kampf gegen den Arianismus, einer Irrlehre, die bei der westgotischen Oberschicht in Spanien noch immer weit verbreitet war. Als angesehener Kleriker stand er der Synode von Sevilla (619) und dem berühmten Konzil von Toledo (633) vor.
Isidor starb im Jahr 636 in Sevilla. Er hinterließ zahlreiche literarische Werke, die in den nächsten Jahrhunderten große Bedeutung als Nachschlagewerke erlangten. Dazu zählen z. B. seine »Etymologiae«, eine Enzyklopädie des Wissens seiner Zeit, und die »ChronicaMajora«, ein umfassendes Geschichtswerk. Durch diese Schriften, in denen große Auszüge aus antiken Werken zu finden sind, blieb der Nachwelt eine Fülle antiken Wissens erhalten. Nicht umsonst nennt man ihn den »letzten abendländischen Kirchenlehrer«.
Die Reliquien Isidors wurden im Jahr 1063 aus dem Dom von Sevilla in eine Kirche in Léon gebracht, die von da an San Isidoro hieß. 1598 wurde Isidor von Papst Clemens VIII. heiliggesprochen und 1722 von Papst Innozenz XIII. zum Kirchenlehrer ernannt.
2001 bestimmte Papst Johannes Paul II. Isidor zum Schutzpatron des Internets. Ein wesentlicher und einleuchtender Grund dafür ist die baumartige Struktur des Inhalts eines 20-bändigen Nachschlagewerks des Heiligen, durch die die enthaltenen Informationen optimal erschlossen sind.
Darstellung: als Bischof im Ornat, meist weiß gekleidet
Attribute: Mitra, Stab, Pallium, Buch, Schreibfeder; Kreuz, Schwert und Pferd (Isidor war Schlachtenpatron der spanischen Heere im Kampf gegen die Mauren)

Quelle: Herder-Verlag
